| |
Bassblockflöte in f nach Denner,
a=415 Hz, Buchsbaum mit Doppellöchern, barocke (englische) Griffweise.
Da das Original höher als in der Standard-Stimmung (a=415) ist,
war es nötig, die Kopie etwas zu vergrößern.

Johann Christoph Denner, Nürnberg (1655 –
1707)
Brandstempel: I C DENNER im Wimpel mit gerollten Enden
Von Johann Christoph existieren ca. 22 Bassblockflöten, davon eine
ganz aus Elfenbein. (Nikkel)
Unsere Vorlage ist ein Instrument in Privatbesitz. Es
verfügt über zwei Oktaven Tonumfang und ist aus Buchsbaum gefertigt.
Dieses waren Gründe, dieses Instrument als Vorlage zu benutzen, obwohl
die Stimmtonhöhe ca. a=435 Hz beträgt (Chorton).
Johann Christoph wurde am 3. Aug. 1655 in Leipzig geboren und am
26. April 1707 in Nürnberg begraben. Seine Kindheit verbrachte
er in Leipzig, wohin seine Eltern zwischen 1653 und 1654 gezogen waren.
Mit ungefähr 11 Jahren zog er mit seiner Familie nach Nürnberg
und lernte bei seinem Vater das Wildruf- und Horndreherhandwerk.
Bald nach seiner Gesellenzeit begann er 1680 Holzblasinstrumente zu bauen
(vgl. die frühbarocke Sopran-Blockflöte). Seit 1694 nannte
er sich „Flötenmacher“ und erhielt das “Meisterrecht”
als Holzblasinstrumentenbauer.
Zwei seiner Söhne, Jakob (1681) und Johann David (1691) führten
ihres Vaters Handwerk fort. Besonders Jakob wurde ein gefeierter
Holzblasinstrumentenmacher.
Johann Christoph war zusammen mit Johann Schell wohl der erste in Deutschland,
der die „französischen Instrumenta“ herstellte. Es ist
sicher, dass damit Holzblasinstrumente (Oboen, Traversflöten
und Blockflöten) mit der neuartigen, stark konischen Bohrung
gemeint sind. Diese Neukonstruktion wird den Hotteterre’s zugeschrieben.
Schon 1694 lieferte Johann Christoph an den Nürnberger Rat zwei „frantzesiche
Fletten“ oder „Opera-Flöten“.
Johann Christoph kann als einer der bedeutendsten Holzblasinstrumentenbauer
des 18. Jh.’s gelten. ( Nikkel)
Lit.: Herbert Heyde „Historische Musikinstrumente
im Bachhaus Eisenach, Eisenach 1976.
G.M. Klemisch, „Zur Bauweise der Blockflöte um 1700 und
Möglichkeiten des Nachbaus,“ in SAIM, Beiheft 12, Michaelstein/Blankenburg,
1992, S. 47
Ekkehart Nikkel, „Der Holzblasinstrumentenbau in der Freien
Reichsstadt Nürnberg“, München 1971, ISBN 3-87397-008-2
William Waterhouse, „The New Langwill Index“ London,
1993, ISBN 0-946113-04-1
Pillip T. Young , 4900 Historical Woodwind Instruments, London
1993
|
|